PArt Foundation in der Van der Grinten Galerie: Werke von Stefan Balkenhol, Thorsten Brinkmann, Katharina Grosse, Leiko Ikemura, William Kentridge, Karin Kneffel, Stefan Marx, Ugo Rondinone, Thomas Schütte, Michael Wesely

6. Februar 2026

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21. März 2026

Wir freuen uns besonders, zu Beginn des Jahres 2026 die PArt Foundation aus Hamburg in der Van der Grinten Galerie zu Gast zu haben. Für unsere schönen Kölner Galerieräume haben wir in gemeinsamer kuratorischer Arbeit mit Rene S. Spiegelberger, dem Gründer der Stiftung, eine repräsentative Auswahl von Werken namhafter GegenwartskünstlerInnen zusammengestellt. Die ausgestellten Objekte, Skulpturen, Handzeichnungen, Fotografien und Drucke wurden im Laufe der  letzten Jahre exklusiv für PArt Editions realisiert, eine Struktur, die die Stiftung flankiert und ihr unter anderem ermöglicht, junge Talente bei Ausstellungen und Publikationen zu unterstützen und die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst durch die Bereitstellung von Unterrichtsmaterial an mehr als 160 Schulen kostenlos  anzubieten.

Zum ersten Mal werden diese Werke in einem Galeriekontext zusammen gezeigt, so dass die BesucherInnen wie in einer privaten Sammlungspräsentation von einer künstlerischen Positionen zur nächsten spazieren können, und unterschiedliche ästhetische wie inhaltliche Ansätze entdecken können. Anregung, Überraschung, Verzückung und Reflexion sollten diesen kleinen Parcours begleiten. Mit dieser vielfältigen und außergewöhnlichen Auswahl bietet die Ausstellung eine wunderbare Möglichkeit, repräsentative Originalwerke, die für das Schaffen international anerkannter Künstler-Innen beispielhaft sind, nicht nur zu entdecken und zu bewundern, sondern auch zu attraktiven Preisen zu erwerben. Es erwarten Sie Werke folgender Künstlerinnen und Künstler … 

Von der international renommierten Künstlerin LEIKO IKEMURA (*1951) ist die Serie ‚Awakening‘ von 2025, eine aus vier verschiedenen, in Glas gegossenen, farbigen Skulpturen bestehende Edition. Die zwischen Mensch und Tier, Figuration und Abstraktion oszillierenden kleinformatigen Chimären entfalten diese traumhafte und poetische Bildsprache, in der sich Anklänge an die japanische Spiritualität mit der westlichen Kunsttradition verbinden.

Neben dem durch seine Farbintensität betörend pulsierenden Kreis (Sun) vom schweizer UGO RONDINONE (*1964) steht ein ikonisches ‚Mann/Frau‘-Paar von STEFAN BALKENHOL (*1957), das mit Beitel aus Holzstämmen geschlagen, in Bronze gegossen und von Künstler bemalt wurden. In ihrer vermeintlich neutralen, nichtssagenden Pose stehen diese zwei Figuren ohne Anekdote einfach da. Und doch lassen die Haltungen unweigerlich an bestimmte Gemütszustände denken, und bald auch imaginäre Szenarien auf sie projizieren.

Die Polaroid-Unikate von THORSTEN BRINKMANN (*1971) zeugen vom Interesse des Künstlers für Inszenierungen mit gefundenen Objekten und dem eigenen Körper. Die Arbeiten seiner Serie ‚Se-King‘ sind imposante, in eine dunkle Stimmung und edle Farbigkeit getauchte, fast lebensgroße Selbstportraits ohne Gesicht. Die wenigen Attribute, mit denen diese gekrönte, an einen skurrilen Ubu Roi erinnernde, anonyme Gestalt unterschiedliche Posen einnimmt, sind Alltagsgegenstände, die für Instrumente der Macht stellvertretend sind und den Bildern eine tiefe, ernsthafte Dimension verleihen.

Angelehnt an Ihre Arbeit Canyon (2022) für die Pariser Louis Vuitton Foundation hat KATHARINA GROSSE (*1961) für PArt Editions eine Serie von Unikaten geschaffen, die ihren Umgang mit der Erweiterung der Malerei veranschaulichen: Die Werke basieren auf fünf verschiedenen Grundformen, die mit einer Stahlwalze zu verschiedenen räumlichen Strukturen geformt und anschließend von der Künstlerin mit Sprühtechnik bearbeitet wurden.

Vielgestaltig wie kaum ein anderer Vertreter der Gegenwartskunst arbeitet der berühmte WILLIAM KENTRIDGE (*1955). Unter anderem in Zeichnung, Literatur, Film, Performance, Musik und Theater manifestiert sich seit Mitte der 1980er Jahre seine künstlerische Beschäftigung mit Politik, Wissenschaft, Literatur und Geschichte. Dabei entwickelt sich seine unverwechselbare, poetische, bewegende Bildsprache. Für seine Kooperation mit PArt Foundation hat Kentridge drei verschiedene Werkgruppen geschaffen: Trees, Five Heads for Zurich, 1916 und Headlines, die typische Aspekte seines reichen Universums widerspiegeln.

Mit den zwölf Zeichnungen der Werkserie Trees greift Kentridge eines der zentralen Motive seines Œuvres wieder auf – den Baum als Symbol für Erinnerung, Wachstum und Verwurzelung. Die Kombination aus schwarzer Tinte und den vergilbten Seiten eines alten Wörterbuchs erzeugt eine Spannung zwischen Sprache und Natur, Wissen und Vergänglichkeit. Im Papier verwurzelt, das selbst Träger von Geschichte ist, zeigen diese Bäume, wie der Künstler sich mit der Zeichnung als Spur und Bewegung des Denkens auseinandersetzt.

Seine dreidimensionale Lithographie-Edition Five Heads for Zurich, 1916 umfasst fünf skulpturale Drucke. Sie zeigen die Dadaisten Tristan Tzara, Emmy Hennings und Hugo Ball, den Schriftsteller James Joyce und den Revolutionär Wladimir Lenin, jene Persönlichkeiten, die 1916 in Zürich lebten. Dada und seine Nachwirkungen ziehen sich wie ein roter Faden durch Kentridges Werk – mit einem besonderen Fokus auf Sprache an den Grenzen ihrer Bedeutung.

Headlines umfasst eine Edition aus sechs Holzschnitten, die an Straßenplakate für Zeitungen erinnern und deren Mehrdeutigkeit an die dadaistische Tradition anknüpft. Texte aus Tristan Tzaras Manifest, Kurt Schwitters‘ Ursonate und einem Gedicht von Bertolt Brecht werden mit einem Verweis auf Kentridges eigenes Kunstzentrum, The Centre for the Less Good Idea in Johannesburg, kombiniert.

Der Fotokünstler MICHAEL WESELY (*1963) ist ein Meister der extrem langen Belichtungszeiten, mit denen er die Veränderung von Objekten und Architektur im Laufe der Zeit dokumentiert. Zu seinen bekanntesten Werkserien zählen seine Blumenstillleben, die als in einem Bild konzentrierte Zusammenfassung eines längeren Zeitabschnitts auf subtil-poetische Weise die Bewegung des Lebens veranschaulichen.

STEPHAN MARX (*1979) vertritt ein zutiefst demokratisches Verständnis von Kunst, indem er die traditionellen Grenzen zwischen Straßen- und Hochkultur, freier und angewandter Kunst aufhebt. In den 52 Unikaten seiner Serie ‚There’s a Riot Going On‘ kombiniert Marx die Strenge der Schwarz-Weiß-Typografie mit der Opulenz handgeschöpfter Marmorpapiere in leuchtenden Farben. Mit Tinte, Airbrush, Stempeln und Zeichnung reagiert der Künstler spielerisch und präzise auf die unterschiedlichen Strukturen und auf die üppige Farbpalette des Untergrundes und erzeugt visuelle Spannungen. Diese finden ihr Echo in die vielschichtige Textzeile There’s a Riot Going On, die sich wiederholt wie ein roter Faden durch die ganze Serie zieht.

Ikonisch für das Werk sind auch die handkolorierten Siebdrucke, die KARIN KNEFFEL (*1957) für PArt Editions realisiert hat. Die vier Motive der Serie basieren auf frühe Aquarellarbeiten, die Motive der Erinnerung an ihre Kindheit in der Schweiz zurückgreifen wie zum Beispiel Männergruppen in den Bergen, Skifahren, Kühe, Äpfel…

Von THOMAS SCHÜTTE (*1954) zeigen wir das letzte verfügbare Ensemble der vier Kleinplastiken Skatbrüder aus patinierter Bronze. Diese Skulpturen sind Schlüsselfiguren, die als Nukleus im Verhältnis zu seinen großen Arbeiten verstanden werden können, denen im Herbst 2026 die Kunstsammlung NRW eine umfassende Einzelausstellung im K21 widmen wird.

Werke von Stefan Balkenhol, Thorsten Brinkmann, Katharina Grosse, Leiko Ikemura, William Kentridge, Karin Kneffel, Stefan Marx, Ugo Rondinone, Michael Wesely

Opening

6. Februar 2026
, 18:00

21:00

Werke (Auswahl)