Roy Mordechay, Triangle Bubbles
27. März 2026

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30. Mai 2026

Nach mehreren Kooperationen mit Roy Mordechay im Rahmen von Gruppenausstellungen in unserer Galerie und einer Messe in Paris, freuen wir uns, ihm jetzt eine Einzelausstellung in der Van der Grinten Galerie zu widmen. Diese Ausstellung wird zugleich die letzte Präsentation in der Gertrudenstraße sein, denn unser 10jähriger Mietvertrag endet nun im Juni 2026 und wir werden den Standort wechseln.

In dieser neuen Ausstellung verschränkt Roy Mordechay seine Bilderwelt mit dem physischen Raum, deren Struktur an eine häusliche Dreizimmerwohnung erinnert.Die Ausstellung entfaltet sich in drei Serien von Gemälden, die zwischen 2022 und 2026 entstanden sind. Jede Serie erzeugt ihr eigenes gedankliches Bildfeld – durch Farbe und Form ebenso wie durch Linie und Figuration – vergleichbar mit einem musikalischen Trio, in dem unterschiedliche Stimmen miteinander in Resonanz treten, sich überlagern und aufeinander reagieren.

Die Bilder von Mordechay sind wie Fragmente aus Träumen, eine Ansammlung rätselhafter Elemente, deren Schlüssel man zu erkennen und verstehen versucht und deren Geschichte und Bedeutung man, oft vergeblich, rekonstruieren möchte. Wie der Titel der Ausstellung selbst, Triangle Bubbles, sind auch die Titel der Gemälde von Mordechay poetisch und evokativ. Sie regen Assoziationen und innere Bilder an und unterstreichen den mehrdeutigen Charakter der Arbeiten.

Ähnlich wie bei den geheimnisvollen Bildern von Wassily Kandinsky, Joan Miró oder Marc Chagall sind Mordechays Kompositionen Projektionsflächen für vielfältige Deutungen. Eigenschaften von Zeichnung und Malerei treffen sich auf der Leinwand, deren raue, textile Struktur einen Hintergrund aus Farbverläufen in zarten Aquarelltönen trägt und an eine leuchtende Bildschirmfläche erinnert. Die gemalten Elemente sind mal transparent, mal opak, mal figurativ, mal abstrakt; sie sind teils Fragmente, stark voneinander getrennt, teils gehen sie ineinander über.

Keinem einheitlichen Maßstab und keiner Perspektivregel folgend, schweben Formen, Figuren, Zeichen und Symbole wie ein komplexes Alphabet über die gesamte Bildfläche auf verschiedenen Ebenen des Bildraums. Ganz nah, fast reliefartig, wirken jene Motive in kräftigen, gesättigten Farben (wie die kleinen weißen Wolken oder das orangene Neon in An Archive Dream, 2024), als würden sie aus der Leinwand hervortreten. Andere wirken wie Schatten, transparente Silhouetten, die in den Hintergrund zurücktreten und mit ihm verschmelzen. Braune Tuscheflecken breiten sich innerhalb der Formen aus, bilden Sterne, werden zu einem Auge oder verleihen den flüchtigen Figuren eine größere Lebhaftigkeit (wie in Hide and Seek, 2025). Über den gemalten Silhouetten oder in den leeren Zwischenräumen finden sich hier und da Kritzeleien aus schwarzen oder braunen Linien. Einige sind kleine figurative Zeichnungen von gut erkennbaren Motiven – ein Gesicht, ein Körper, Figuren, die wie feine Tattoos auf manchen bräunlichen, hautähnlichen Flächen erscheinen (wie in The Secret, 2025); Andere erinnern an Graffiti, Striche, abstrakte Zeichen oder – wie Mordechay es nennt – an „den Körper als Skizzenbuch“.

Diese Vielzahl von Zeichen und Motiven erinnert an die Flut der visuellen Informationen, die uns täglich zwischen Bildschirmen, Medien und urbaner Beschilderung begegnen. Zugleich spiegeln sie auch den Reichtum überlieferter Bilder und Referenzen wider, die aus der Geschichte der Menschheit und ihrer Kultur hervorgegangen sind und aus denen Mordechay seine Inspiration schöpft.
Einige der ausgestellten Gemälde wirken etwas weniger komplex und dadurch leichter lesbar, da sie in der Regel nur ein einziges Hauptelement zeigen, eine mit dicken schwarzen Linien gezeichnete Figur auf pastellfarbenem Hintergrund, häufig begleitet von zwei oder drei klar definierten farbigen Elementen (Hold on, 2025). Die unregelmäßige, beinah zittrige Zeichnung könnte ebenso gut mit dem Finger auf einem Bildschirm gezogen worden sein, während die Stilisierung der Figuren ihnen eine starke Präsenz verleiht. Die Schatten, die die schwarze Linie auf die Leinwand wirft, erzeugen zudem die Illusion von Dreidimensionalität und von einem Schweben der Formen.

Bei der Betrachtung von Roy Mordechay’s Bildern möchte man lesen, erkennen, verbinden, verstehen, was all diese Hinweise, diese kleinen und großen Gesichter, diese Schatten, Farben, Inschriften, diese Motive und Symbole bedeuten. Man sucht nach einem Sinn, nach einer Logik, nach einer Interpretation. Doch alles schwebt, ist frei, alle Bedeutungen sind möglich und alle Geschichten.

Opening

27. März 2026
, 18:00

21:00
Der Künstler ist anwesend