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THE DARK SIDE OF THE MOON, 2019 (dt.)

07.06. - 27.07.2019

 

Der Titel der neuen Werkreihe The Dark Side of the Moon beschreibt einerseits sehr anschaulich die ästhetische Erscheinung dieser Arbeiten, andererseits geht der Titel aber auch weit darüber hinaus, indem er den Begriff durchaus auch als Metapher meint. Die ästhetische Erscheinung, ihr Gesicht, ist von der kraterdurchpflügten Oberfläche des Mondes inspiriert.

Das ganze bildhauerische Werk von Wolfgang Flad schöpft sein Formenrepertoir aus den Beobachtungen von Mikro-& Makrobiologie, aus biomorphen Strukturen und Wachstumsbewegungen. Nun fließt eine außerirdische Formensprache mit ein, die uns ja erst seit der Erfindung der Fotografie bekannt ist. Und diese neuen Wandarbeiten haben sich gleichzeitig aus den Schritten seiner früheren Reliefs herausgebildet: Zunächst Einkerbungen in monochrom lackierte Holztafeln, deren Fräsung die Maserung des Schichtholzes darunter zu Tage treten lässt, dann Fräsungen in Lackoberflächen, auf denen irisierend die verschiedenen Farben ineinander laufen, was plötzlich einen atemberaubenden Bildraum schafft. Daraus schien der nächste Arbeitsentwurf nur stringent zu folgen: Oberflächen, bei denen das Material aufgerissen, verletzt ist und im Gegensatz zu den gezeichneten Fräsungen nun durch ein rohes bildhauerisches Eingreifen in das Material entsteht. So könnte man durchaus auch von dem Öffnen der dunklen, der existentiellen Seite dieser Bilder sprechen. Die Reliefe werden kombiniert mit einer farbigen und spiegelnden Glasscheibe, die das kostbare Innen abschließt und es gleichzeitig in der Farbwirkung changierend verändert. Eine Ästhetik, die man am ehesten von Hologrammen kennt.

Diese jüngsten mittel- & großformatigen Reliefarbeiten üben einen außerordentlichen Zauber aus und sind geheimnisvoll in Ihrer Machart. Durch die außergewöhnliche Kombination unterschiedlicher Materialen und ihrer Ausformung und Wirkung stehen sie durchaus in der Tradition der Wandarbeiten von Yves Klein, die in sofern eine große Bedeutung für die Nachkriegskunstgeschichte haben, als sie in der und durch die Abstraktion Resonanzkörper der Spiritualität möglich machten.

 

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