Museum Brot und Kunst, Ulm: "Mäuse Feinde, Freunde, Spiegelbilder" 16.07.2020 – 08.11.2020

Überall, wo Getreide gesät, geerntet und gelagert wird, wo gebacken und gegessen wird, sind auch sie anzutreffen: Mäuse und Ratten, die ältesten Kulturfolger der Menschen. Jahrtausende lang hat man versucht, sie, die lästigen Nahrungskonkurrenten und Vorboten von Krankheit und Chaos, zu bekämpfen und loszuwerden – zum Beispiel durch zahlreiche Modelle von Fallen - aber erfolglos. Erst seit dem 19. Jahrhundert werden Mäuse auch als Mitgeschöpfe wahrgenommen, und sogar als kleine, niedliche Wesen, denen Gefahr, zum Beispiel durch Experimente für die Medizin, oder durch ihre natürlichen Feinde, die geschmeidigen Katzen, droht.
Daraus entwickelte sich die Erzählung vom Kampf zwischen Katze – groß und stark – und Maus – klein und schlau –, wie sie uns in der Literatur oder in Comics und Zeichentrickfilmen begegnen. Art Spiegelmans berühmter Comic „Maus. Die Geschichte eines Überlebenden“ zeichnet Juden als Mäuse, und die Nazis als Katzen. Bei den Urban Art Künstlern des 21. Jahrhunderts Banksy oder Blek Le Rat wird die Maus bzw. Ratte zur Identifikationsfigur für Kreative, die im öffentlichen Raum, aber anonym arbeiten und aktuelle Themen kritisch kommentieren.

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