EXHIBITION: Simon Schubert @ Philara, Düsseldorf / D

»Markus Karstieß und Simon Schubert«
10.11.2012 – 16.12.2012
Opening: Friday, 09.11.2012, 7.00 – 9.00 pm

Philara, Sammlung zeitgenösssischer Kunst
Grimmstraße 8, 40235 Düsseldorf
www.philara.de


Weekend

Vom 10.11.2012 bis zum 16.12.2012 zeigen Markus Karstieß und Simon Schubert die Ausstellung „Weekend“ in der Sammlung Philara in Düsseldorf.

Weekend oder Week End, benannt nach dem gleichnamigen Film von Godard, verweist auf eine Auszeit in örtlicher Abgeschiedenheit.  Wider Erwarten stellt sich dort keine Erholung ein, sondern entfacht eine Typologie des Tragischen. 

Simon Schuberts skulpturale Zeichnungen entstehen durch eine spezielle Falttechnik ohne Farbeinwirkung. Aus den Nuancen von Weiß schält sich ein plastisches Reich aus Schatten.

Neben Innenräumen beschäftigt sich Schubert häufig mit den Verbindungen, Strukturen und Details dieser Räume, mit Korridoren, Kellergewölben, Treppen. Diese stoßen, anstatt zu einem anderen Raum zu führen, auf sich selbst. Dadurch entsteht eine Dopplung von Details: Spiegel, die sich spiegeln, Korridore, die kollidieren und illusionistische Böden im bereits illusionistischen Medium der Zeichnung.

Schubert domestiziert Räume, indem er sie auf räumliche Ordnung reduziert. Dabei werden alle Spuren des Lebendigen getilgt, es gibt keine Bewohner, kein Chaos, nur die architektonische Essenz des Innenraumes. Es entstehen Fassaden des Privaten und der Abwesenheit.

 

Markus Karstieß’ Skulpturen wirken als wäre Abwesenheit Bedingung ihrer Entstehung gewesen. Seine Vasen, mehr Nachtschattengewächs als Behältnis, sind morbide Erinnerungen an das, was sie eigentlich hätten nähren sollen. Seine „Medusa“ ragt knorrig, melancholisch in die Höhe, als sei sie der Dämmerung entwachsen. Dabei tragen die Tonfragmente Karstieß’ stets Spuren menschlicher Abformung 

Die nach japanischer Raku-Technik entwickelten Spiegel bergen den Zerfall, den Bruch, das Krakelee in ihrer Reflexion. Trotz der finsteren, verdorrten Umrisse seiner Keramiken wirken deren Oberflächen „wie ein makaberes Geflimmer unnatürlichen Lichts[...].“ Dadurch erscheinen sie wie artifizielle Schwellenwesen unbekannter Herkunft und Zukunft die sich noch nicht in ihrer finalen Gestalt manifestiert haben.

 

Simon Schuberts verlassene Räume und Markus Karstieß Kreaturen lassen erahnen, was außerhalb der Besiedlung liegt – die Heimsuchung.

(Pressemitteilung Philara)

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