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The Colors of Black and White

The basic idea for this project came from my earlier work based on the principle of camera obscura. Similarly to transparency, the Ciba chrome paper produces a direct, positive picture in color. By contrast, the direct exposure of black-and-white photographic paper yields a negative image. On black-and-white paper the only way to circumvent this and to make sure that the resulting picture is in positive, reality should be transformed to negative. 

To achieve this, I have repainted a segment of reality in such a way that on black-and-white negative it appeared as positive image. I have chosen for this purpose the corner of my studio. My intention was to emulate the effects of a black-and-white photograph; in other words, the tonality of the colors was very important, but I could use a great many colors to achieve the desired effect.
Two sharply contrasting colors may show up in a black-and-white photograph in perfectly identical tones. As a result of this, the color picture apparently looks like following no logical system at all, while the black-and-white negative gives the impression of a traditional black-and-white positive photograph.
After I have finished repainting the scene, I start to execute the photographs in several versions. The works in color and black-and-white form a quasi-diptych. Spiritually inseparably connected, they complement each other in a logical context. One image interprets the other.

The optical illusion relating to information and communication methods incorporated in images; the dichotomy of the real sight and its optical imaging; and the aesthetic approach to pictures. In the digital age, we have come a long way from the black-and-white relations of analogue images, even though the latter has left a deep mark on our ideas about the picture in general.

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Deutsche Übersetzung:

Die Idee zu diesem Projekt entwickelte sich aus früheren Camera Obscura-Arbeiten. Wenngleich die Fotografie ein vervielfältigbarer Prozess ist, kommen doch mit Hilfe der Prinzipien der Camera obscura und der direkten Belichtung auf lichtempfindlichem Papier Unikate zustande.
Durch die direkte Belichtung bleiben nachträgliche Eingriffe außen vor. So resultiert das endgültige Bild als direkter Abdruck der Örtlichkeit mit einer sehr persönlichen Dimension. Cibachromepapier führt ähnlich wie Diafilm direkt zu einem positiven Bild. Im Gegensatz dazu entsteht auf Schwarzweißpapier unter denselben Umständen ein negatives Bild.
Um ein positives Resultat zu erhalten müsste also die Wirklichkeit negativ sein. Dies ist allein dann möglich wenn ich einen bestehenden Raum dergestalt bemale, als wäre er ein Negativ. Die Wahl viel auf eine Ecke in meinem Atelier.
Es lag dabei in meiner Absicht die Ausstrahlung eines Schwarzweißfotos zu erreichen, wobei jedoch allein die Verschiedenheit der Farben von Bedeutung war. Hier konnte ich aus dem gesamten Spektrum an Farben wählen. Zwei sehr unterschiedliche Farben können auf einem Schwarzweißfoto als völlig gleiche Farben erscheinen. Dies führte zu der Tatsache, dass die farbige Szenerie keinerlei Logik hinsichtlich der verwendeten Farbe zu folgen scheint, wenngleich sie doch auf dem klassischen Schwarzweißnegativ ein traditionelles Schwarzweißbild liefert.
Nach der Bemalung des Raumes wollte ich Aufnahmen auf verschiedenen Arten realisieren. Neben der Camera Obscura - Aufnahme wurden zwei analoge Fotos gemacht. Die eine Aufnahme wurde auf Farbdiafilm aufgenommen und die andere auf Schwarzweißnegativfilm. Die zwei Fotos bilden eine Art Dyptichon. Im konzeptuellen Sinn ergänzen sie sich auf eine sehr logische Weise oder das Eine gibt dem jeweils Anderen Sinn.

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